Im Folgenden möchte ich die Abläufe vorstellen, wie ein Medienkonzept gestaltet wird. Es sei noch der Tipp gegeben, sich hier mit befreundeten Schulen/Lehrkräften zu vernetzen, da das Medienkonzept einen enormen Arbeitsaufwand darstellt. Zudem sollte die Aktualisierung - insbesondere durch den Distanzunterricht - laufend fortgesetzt werden.


Digitale Bildung an unserer Schule: Das Medienkonzept

Vorbereitung
Das Medienkonzept der Schule muss den Anforderungen des Ministeriums für Bildung und Schule gerecht werden, gleichzeitig den Lehrkräften eine Orientierung geben in welchem Rahmen digitale Bildung geleistet werden soll und zudem Schüler/innen wie Erziehungsberechtigte informieren.
Es sollte eng an die schulinternen Curricula aller Fächer angeknüpft werden.
Dafür ist es sinnvoll, zunächst einmal die Fachbereiche durchzugehen und zu prüfen, welche Unterrichtsreihen sich besonders für die Vermittlung bestimmter Kompetenzen aus dem Bereich digitaler Bildung anbieten. Es wird viele Fächer geben, die den Aspekt Informationsrecherche, -bewertung und -präsentation bereits bedienen. Bei anderen Punkten des Medienkompetenzrahmens ist es deutlich schwieriger, passende Fächer und Reihen zu finden (z.B. Algorithmen oder Informationsmodelle).
Wieder andere Bereiche sind gerade in vielen Fachbereichen aufgekommen. Bei bspw. der Medienbildung (Umgang mit Internetquellen, Fake News etc.) sollte darauf geachtet werden, dass nur einzelne Fächer dafür zuständig sind (im Idealfall, weil es der jeweilige Kernlehrplan bereits vorschreibt) und diese nicht zeitgleich eine entsprechende Einheit durchführen.
Aus den unterrichtlichen Ergebnissen erfolgen zwangsläufig auch Ansprüche an eine entsprechende Ausstattung für die gelingende Umsetzung.
Ansonsten ist es nützlich, fachdidaktische Überlegungen in die Konzeption einfließen zu lassen und das Medienkonzept laufend zu evaluieren. Eine Niederschrift für die Akten hilft niemandem weiter; als ernst genommene Orientierung und Organisationsform hingegen kann das Medienkonzept die digitale Bildung gut unterstützen.
Es ist ratsam, eine Schulentwicklungsgruppe oder Arbeitsgruppe einzurichten, die die Entwicklung des Medienkonzeptes organisiert und begleitet.


Grundlagen
Schule hat den Auftrag, die Schüler/innen zu mündigen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen und auszubilden und dabei die individuellen Chancen wahrzunehmen und zu fördern. Digitalisierung ist in unserer Gesellschaft ein bereits seit Jahrzehnten vorhandener Prozess, der den Alltag weitgehend beeinflusst hat – egal ob im privaten oder beruflichen Umfeld. Es ist daher unentbehrlich, dass Schulen die Entwicklung der Schüler/innen auch im Sinne einer digitalen Bildung intensiv begleiten, um ihnen die Teilhabe an der modernen Lebenswelt zu ermöglichen.
Dabei erfolgt die Konzeption sowie die zukünftige Evaluation unter Einbezug der Schüler/innen und Erziehungsberechtigten.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden in unteren Jahrgängen Grundlagen vermittelt und eine kritische Haltung gegenüber dem Medienkonsum aufgebaut, bevor es in den höheren Stufen zu einer intensiveren und anspruchsvolleren Auseinandersetzung in den verschiedenen Fachbereichen kommt.
Auf Seiten des Kollegiums gibt es eine entsprechende Fortbildungsplanung, um die Lehrkräfte gezielt auf die neuen Anforderungen vorzubereiten und die Konzepte in den einzelnen Fachbereichen zu etablieren.
Die Basis dieses Medienkonzeptes bildet die Vorgabe des Ministeriums für Schule und Bildung in Form des Medienkompetenzrahmens NRW, der sechs Kompetenzbereiche mit verschiedenen Items vorgibt, die in den schuleigenen Curricula vermittelt werden.
Besonders in Folge der Covid-19-Pandemie seit 2020 hat es zahlreiche Fortschritte im Bereich der Digitalisierung an Schulen gegeben und auch unsere Schule hat diesbezüglich eine bessere Ausstattung erhalten und digitale Medien stärker in den Unterricht einbezogen.
Der Distanzunterricht wird in einem separaten Konzept genauer dargelegt. Im Medienkonzept wird auf dieses hingewiesen.


Das Schreiben
    Unsere Schule hat einige Hauptkategorien für das Konzept festgelegt:
  1. Digitalisierung und Inklusion
  2. Implementation des Medienkompetenzrahmens
  3. Medienpädagogische Fachkonzepte
  4. Technische Rahmenbedingungen
  5. Fortbildungsplanung
  6. Prozessbeschreibung
Unter Punkt 1 wurde beschrieben, inwieweit eine Digitalisierung des Unterrichts den besonderen Herausforderungen von Inklusion große Chancen eröffnet.
Bei der Implementation des Medienkompetenzrahmens wurden die 6 Kompetenzbereiche nacheinander vorgestellt und tabellarisch aufgezeigt, welche Unterrichtseinheiten diese Kompetenzen bedienen.
Dieser Aspekt wird unter 3. genauer ausgeführt, indem die betroffenen Reihen aus den schulinternen Fachcurricula detailliert vorgestellt werden. Hier haben sich alle Fachbereiche noch einmal in den Fachkonferenzen mit der Überarbeitung der Curricula beschäftigt, um die gemeinsam abgesprochenen Kompetenzen in den Reihen zu verankern.
Bei den technischen Rahmenbedingungen werden die aus #3 erwachsenen begründeten Bedarfe vorgestellt.
Die Fortbildungsplanung resultiert auf den neuen Anforderungen an die Lehrkräfte und ihren Unterricht und sollte – gemäß entsprechender Umfragen – die dringendsten Bedarfe im Kollegium zeitnah bedienen.
Als Abschluss ist eine (fortlaufende) Prozessbeschreibung angefügt, die den IST-Stand mit dem SOLL-Stand abgleicht.


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