Auf dieser Seite finden sich zunächst Informationen und Anregungen wie Distanzunterricht gestaltet werden kann und darauf folgend noch eine Auswahl an gängigen Apps für Videokonferenzen und Messaging.
Vorab noch eine Anleitung (PDF), wie man das Handy als Webcam nutzen kann.

Unter digitalität stehen Informationen zu digitalem Unterricht an sich.


Evaluation
An unserer Schule haben wir das erste Jahr mit längeren Phasen von Distanzunterricht durch Corona ausgewertet. Grundsätzlich gibt es verschiedene Gerüste für eine solche Umsetzung und die Schüler/innen haben ebenfalls rückgemeldet, wie sie diese empfunden haben.
    Mögliche Strukturierung des Distanzunterrichts
  1. Jede Stunde als Videokonferenz abbilden
  2. Erarbeitungsstunden als Videokonferenz (Gruppenräume)
  3. Freiwillige Videokonferenz zur Hilfestellung / gemeinsames Lernen in Gruppen oder Lerntandems
  4. Wochenpläne mit gemeinsamer Auswertung (~ Flipped Classroom)
Die exemplarische Liste beginnt nah am analogen Unterrichtsmodell und endet in der offen(st)en Form des Distanzunterrichts.
Das Schulministerium NRW schreibt selbst in seiner Handreichung zum Distanzunterricht, dass dieser nicht in vollem Umfang den analogen Unterricht abbilden soll. Er ist grundlegend anders konzipiert. Die volle Umsetzung der Stunden als Videokonferenzen (A) sollte daher die Ausnahme bilden und nur für einen begrenzten Zeitraum und nach sorgfältiger Abwägung zum Einsatz kommen. Dies kann besonders bei jüngeren Schüler/innen und schwierigen Themen der Fall sein.
Der Distanzunterricht fordert viel Vor- und Nachbereitung, ist technisch fehleranfällig und kann nicht den Umfang einer Präsenzstunde erreichen. Das wurde uns Lehrkräften sehr deutlich: Wo ein Gang durch die Klasse schnell für einen guten Überblick des Arbeitspensums und des individuellen Fortschritts sorgt, bleibt auf Distanz vieles verborgen.

Sinnvoller ist es meist, gezielte Elemente und Phasen als gemeinsame Videokonferenz abzubilden und die restliche Arbeitszeit offener zu gestalten. Dabei sind verschiedene Ansätze denkbar und haben sich auch unserer Erfahrung nach bewährt.
Man kann den Einstieg gemeinsam durchführen (B) und dafür auch Gruppenräume der Konferenzsoftware oder externer Anbieter (z.B. virtuelle Whiteboards) nutzen. Die Übungsaufgaben sind dann als Wochenpläne zu bewältigen.
Für offenere Lernformen mit z.B. Wochenplänen oder Projekten bieten sich Konferenzen zur Unterstützung an (C); wobei diese nicht immer durch die Lehrkraft gegeben werden muss, sondern Schüler/innen sich auch in festen Gruppen oder mit bestimmten Lernpartner/innen treffen können.
Man kann im Distanzunterricht auch das normale Konzept (B) umdrehen und das Prinzip des Flipped Classrooms (D) verwenden. Die Schüler/innen arbeiten also weitgehend selbstorganisiert und in eigenem Tempo an den neuen Aufgaben / einem Projekt und erst am Ende trifft man sich zu einer Konferenz und bespricht Probleme sowie die Ergebnisse. Dank der einhergehenden Methodenreflexion schult dieser Ansatz die Eigenständigkeit der Schüler/innen enorm und sie lernen mit Hindernissen umzugehen (und diese zu umgehen).
Distanzunterricht muss aber nicht immer über Videokonferenzen laufen - auch interaktive oder multimediale Inhalte bieten sich gut an, wie z.B. eine Präsentation mit Vertonung durch die Schüler/innen als "Mini-Abgabe". Allerdings sollte für das soziale Miteinander (und für persönliche Verbindlichkeit) ein regelmäßiger Austausch über die Konferenzen angeboten werden.

Herausforderungen
Eine Schwierigkeit im Distanzunterricht war lange Zeit (und ist es zum Teil auch immer noch) die große Diskrepanz an Anforderungen zwischen Fächern und Kolleg/innen. Hier ist es gut sich über die Zeit auf ein geeignetes Maß im Jahrgangs(fach)team zu verständigen. Es sollte nicht mehr Belastung bedeuten als im vollen Präsenzunterricht, aber die Schüler/innen sollten mit den Anforderungen des Lehrplans mithalten.
Man muss ebenso erst einmal ein gutes, machbares Pensum finden, was die Feedbackkultur angeht. Sicherlich brauchen Schüler/innen eine möglichst genaue Rückmeldung zu ihren Aufgaben, aber eine durchgehend ausführliche Bewertung mit Fließtext als Feedback ist nicht für alle Fächer jede Woche zu leisten.

Best Practice
Was wir aus dem herausfordernden ersten Jahr mit Distanzunterricht mitnehmen, ist, dass wir das Distanzlernen einheitlicher organisieren möchten. Natürlich hat jedes Fach seinen eigenen Rahmen zur Umsetzung, aber grundsätzlich sollten bspw. feste Tage für die Veröffentlichung der Wochenaufgaben und auch dieselben Zeiten für Videokonferenzen in den einzelnen Fächern/Kursen umgesetzt werden. Dies hilft den Schüler/innen ihren Schulalltag zuhause besser zu organisieren.
Ein weiter Punkt ist ein übergreifender Organisationrahmen für alle Aufgaben. Wir benutzen bspw. Klassen- und Kurspadlets für die Übersicht der verschiedenen Aufgaben und Inhalte. Durch die Vernetzung der Klassenpadlets mit den jeweiligen Kurspadlets haben die Schüler/innen nur eine zentrale Anlaufstelle, die ihnen alles wichtige zur Verfügung stellt. Auf den Kurspadlets stehen dann ausführlichere Anleitungen und Aufgabenstellungen sowie organisatorische Hinweise.
Des Weiteren hat unsere Lernmanagement-Software ein Aufgabenmodul, bei dem den Schüler/innen gezeigt wird, welche Aufgaben für welche Fächer sie bis wann einreichen sollen. Das verhindert die E-Mail-Flut, die wir zu Beginn der Distanzphase hatten, und hilft den Schüler/innen ebenfalls bei der Organisation.
Damit die Schüler/innen stets Feedback erhalten, kann man phasenweise zu digitalen Lernplattformen oder anderen Angeboten (bzw. eigenen Aufgaben) mit Selbstkontrolle greifen - das entlastet auch die Lehrkraft.


WICHTIG - Die Einwilligungserklärung: Für jede verbindliche Nutzung einer Software zur Kommunikation muss die Einwilligungserklärung schriftlich eingeholt werden und den konkreten Zweck und Umfang benennen. Bei Schüler/innen ab 16 Jahren reicht deren Unterschrift (NRW), ansonsten müssen die Erziehungsberechtigten ebenfalls unterschreiben.

Unter medienrecht stehen weitere Informationen dazu sowie ein Link zu Vorlagen.


Konferenz-Software: Im Distanz- und Wechselunterricht ist es nahezu unumgänglich ein Konferenztool zu verwenden. Dabei gilt sowohl für Audio- wie auch Videoübertragung, dass für dienstliche Zwecke eine Einwilligunserklärung der Beteiligten vorliegen muss. Idealerweise hat die Schule ein LMS (Lern-Management-System) mit integriertem Konferenztool. Diese Anbieter sind grundsätzlich DSGVO-konform und die Einwilligung zur Nutzung wird oft schon bei der Anmeldung an der Schule unterschrieben.


Das Thema Messenger und Schule: Egal welchen Messenger man einsetzt, es gilt - genau wie bei Konferenzen über Audio/Video - die Bedingung, dass für dienstliche Zwecke eine Einwilligunserklärung der Beteiligten vorliegen muss. Idealerweise hat die Schule ein LMS (Lern-Management-System) mit integriertem Messengerdienst. Diese Anbieter sind grundsätzlich DSGVO-konform und die Einwilligung zur Nutzung wird oft schon bei der Anmeldung an der Schule unterschrieben.